Großeinsatz nach schwerem Hagel - Ausnahmezustand in Reutlingen

Großeinsatz in Reutlingen nach schwerem Hagel - Ausnahmezustand - THW ReutlingenAm Sonntagabend 28.07.2013 kam es in der Region Reutlingen gegen 17:20 zu einem kurzen aber äußerst schweren Hagelgewitter mit bis zu 4cm großen Hagelkörnen, welche innerhalb weniger Minuten im gesamtem Landkreis Reutlingen mehrere Tausend Dächer und Fassaden, Gebäude und Fahrzeuge zerstörte oder beschädigte. 
Gegen 18 Uhr wurde für den THW Ortsverband Reutlingen Großalarm ausgelöst und der Technische Zug mit zwei Bergungsgruppen sowie die Fachgruppe Logistik mit mehreren Transportfahrzeugen in den Einsatz geschickt. Zu den Einsatzaufgaben gehörte das Erkunden von potentiellen Einsatzstellen, das Sichern von Hausdächern, Beseitigen von Gefahrenquellen wie abgerutschten Dachziegel und Geäst.

 

Das provisorische Abdecken beschädigter Dächer mit Latten und Planen sowie Transportaufgaben zur Beschaffung und Nachführung von Einsatzmaterial wie Dachlatten, Planen, Folien, etc. Bereits kurz nach Einsatzbeginn wurden die Ortsverbände Hechingen, Ofterdingen, Tübingen und Münsingen nachalarmiert, um die Einsatzmaßnahmen im Stadtgebiet Reutlingen sowie in den Gemeinden des Landkreises zu unterstützen.

Erschwert wurden die Arbeiten auf den Dächern durch bis Montagabend anhaltend starken Regenfälle und ab Mittwoch bis zum Einsatzende am Freitagnachmittag durch extreme Hitze und Sonneneinstrahlung. Des Weiteren musste am Dienstag eine einsturzgefährdete Lagerhalle in der Innenstadt abgestützt werden, um den Bruch einer darunter verlaufenden Heizölleitung und somit eine Ölhavarie zu verhindern und die Produktionsfähigkeit des Betriebes aufrechtzuerhalten.

Um die über 5.000 Einsatzstellen abzuarbeiten, wurden im Lauf zusätzlich zu den im Einsatz befindlichen Ortsverbänden noch Bergungsgruppen aus Freudenstadt, Albstadt und Horb hinzugezogen. Weiterhin waren Feuerwehren aus ganz Baden-Württemberg mit zweitweise rund 80 Fahrzeugen, insbesondere mit Drehleitern und Teleskopmastfahrzeugen, gemeinsam mit den Kräften aus Reutlingen im Einsatz. Durchgeführt wurden die Einsatzmaßnahmen täglich zwischen 8:00 (7:00) und ca. 22:00.

Der Ortsverband Reutlingen war von Sonntagabend bis Freitagnachmittag zu Spitzenzeiten mit bis zu 33 Helfern beteiligt. Neben den Einsatzmaßnahmen vor Ort wurden durch den Leitungs- und Koordinierungsstab (LuK) des Ortsverbandes die THW-interne Einsatzwicklung koordiniert die Einsatzaufträge für die Logistikfahrzeuge des THW umgesetzt. Ebenfalls war die ganze Woche das Führungszentrum der Feuerwehr Reutlingen, welches die Gesamteinsatzleitung übernommen hatte, von 6:00 bis 22:00 mit einem THW-Fachberater besetzt. Zusätzlich war ein weiterer Fachberater/Zugführer des OV Reutlingen als Springer mit einem Einsatzfahrzeug unterwegs, um bei Bedarf vor Ort Lageeinschätzungen vorzunehmen und die Einsatzleitungen und Einheiten fachlich bei der Durchführung besonderer oder kritischer Maßnahmen zu unterstützen.

Insgesamt leistete allein der Ortsverband Reutlingen in dieser Woche rund 1300 Einsatzstunden.

Bemerkenswert war die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Ortsverbänden aber auch mit all den Feuerwehren, die die Stadt und den Landkreis bei der Bewältigung dieser Lage unterstützten. Hier wurde von allen Beteiligten großer Dank und Anerkennung ausgesprochen!

Der Einsatz wurde am Freitag um 17:30 offiziell mit einer gemeinsam Verabschiedung aller Kräfte auf der Hauptfeuerwache Reutlingen beendet.

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