Mit Motorsäge und Seilzug auf der schwäbischen Alb - GFB-Vergleichswettkampf in Stetten

Stetten am kalten Markt, 12. Mai 2012. Mehr als 340 ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) probten auf dem dortigen Truppenübungsplatz den Ernstfall. Katastrophenschützer aus den Geschäftsführerbereichen Göppingen, Tübingen und Villingen-Schwenningen verglichen in realitätsnahen Szenarien ihren Leistungsstand.

120513-wkstettenDeichbruch, Verkehrsunfall und Gasexplosion – das waren einige der Herausforderungen, die zu bewältigen waren. Regelmäßiges Üben ist die notwendige Vorbereitung, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Die drei THW Geschäftsführerbereiche verbanden dies mit einem Wettkampf für ihre 27 Ortsverbände. An vier Praxis- und einer Theorie-Station stellten die jeweils neun Helfer der Bergungsgruppen ihr Können unter Beweis: Ein umgekippter LKW musste aufgerichtet, ein Deich wegen Überflutung mit Sandsäcken gesichert, ein Steg gebaut und eine blockierte Straße von umgestürzten Bäume befreit werden. Dies alles geschah unter Zeitdruck und strenger Beobachtung externer Schiedsrichter. In die Bewertung flossen unter anderem das richtige Sichern der Schadensstelle, die Erkundung der Lage und die technische Schadensbehebung ein. „Wir errichten einen hochwassertauglichen Übergang mit einer liegenden Leiter, die wir im Flussbett mit Holzstelzen unterbauen“, erklärt eine junge Helferin in Wathosen. Die letzte Station hatte es besonders in sich: Eine angenommene Gasexplosion hatte mehrere Häuser zerstört. In den Gebäuden befanden sich noch Personen. Doch was die Helfer wirklich erwartete, wussten sie nicht. Jede Gruppe entschied eigenverantwortlich, wie sie die Aufgabe löste: ob mit oder ohne Atemschutzgeräte, ob mit oder ohne Schleifkorb. Dass die Helfer ihren Einsatz für sie unerwartet unterbrechen mussten, gehörte zum Übungskonzept: Plötzlich tauchten Kollegen der Spurensicherung auf und das zunächst gewählte Vorgehen wurde über den Haufen geworfen. Damit testete die Wettkampfleitung, wie die THW Gruppenführer und ihre Teams sich kurzfristig auf neue Situationen einstellten. „In Stresssituationen gelingt das nur einem eingespielten Team“, kommentierte der dabeistehende Schiedsrichter.

 

Neben saftigen Wiesen und grünen Wäldern dominierte das Landschaftsbild vor allem eine Farbe: Über 90 tiefblaue THW Fahrzeuge verteilten sich auf dem weitläufigen Übungsgelände. Die schweren Gerätekraftwagen rollten durch regendurchnässte Fahrrillen zu ihren Einsatzstellen und versorgten die Helfer mit wichtigem Material – etwa Motorsägen und Seilzügen. Wo das nicht ausreichte, unterstützte ein Radlader die Arbeiten mit einer großen Schaufel.

Drei Duzend externe Vertreter von Behörden und Partnerorganisationen interessierten sich für den Wettkampf und informierten sich über das Leistungsspektrum des THW. „Sich in seiner Freizeit ehrenamtlich für den Bevölkerungsschutz zu engagieren, ist nicht selbstverständlich. Der Wettkampf verlief sehr erfolgreich und ich freue mich über all die motivierten Helferinnen und Helfer, die heute mitgewirkt haben“, resümierte der stellvertretende THW Landesbeauftragte Jens Olaf Sandmann. Beim abendlichen Helferfest herrschte ausgelassene Freude: „Wir haben es gemeinsam gemeistert“, strahlte das ebenso matschverschmierte wie glückliche Gewinnerteam.

Die Reutlinger Mannschaft belegte den zweiten Platz innerhalb des GFB Tübingen. Das THW Reutlingen war außerdem mit dem Verpflegungstrupp (Log-V) vor Ort und sorgte für die Verpflegung der Wettkampfteilnehmer.

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