Fehlende Herausforderungen? Nicht im THW! Von Freitag Nachmittag bis Samstag Mittag fand auf dem Unterkunftsgelände und dem Übungsgelände Sondelfingen ein Biwak unter Einsatzbedingungen statt, mit dem Ziel die Strukturen und Abläufe im Ortsvervand bei einem größeren Einsatz qualitativ zu üben und zu festigen sowie Intensivausbildungen durchzuführen.

biwak-2011Als besondere Herausforderung wurde nichts im Vorfeld, sondern alles ad-hoc nach Dienstbeginn organisiert. Während der Leitungs- und Koordinierungsstab (LuK) in der Einsatzzentrale die Übersicht behalten musste, hatte die Fachgruppe Logistik ab ca. 18:00 Schlaf- und Verpflegungsmöglichkeiten zu erkunden und betriebsbereit zu machen, Feldbetten zu besorgen sowie ein großzügiges Abendessen sowie Frühstück für den nächsten Morgen zu planen, die nötigen Einkäufe zu tätigen und dann natürlich auch servierfertig zu machen. Währendessen hatte der Technische Zug die Aufgabe Holzmaterial vorzubereiten, um ein vier Meter hohes und drei Meter breites ASH1)-Modul zu konstruieren und zu bauen, um ein Mauerwerk oder eine Gebäudeaußenwand gegen Einsturz zu sichern. Hierfür musste geplant, gemessen, gerechnet und anschließend das Material auf das Übungsgelände in Sondelfingen gebracht werden, wo die Elemente vorbereitet und zusammengesetzt werden sollten. Das hieß Messen, Sägen, Bohren, Schleifen und Schleppen, teilweise bei starkem Regen.

Gegen 23:30 gab es dann im Ortsverband Abendessen: Innerhalb von vier Stunden hatte der Verpflegungstrupp der Logistik ein umwerfendes BBQ-Buffet gezaubert mit verschiedenen Sorten gegrilltem Fleisch und Käse, frischen selbstgemachten Salaten und einigen leckeren, ebenfalls selbstgemachten Dips und diversen Beilagen wie frischen Praprika und ähnlichem. Besser hätte man es in einem Luxusrestaurant kaum bekommen: frisch, abwechslungsreich, lecker - ein kulinarischer Höhepunkt feinster Art!

Nach einem gemütlichen Essen gings gegen 1:30 in die Feldbetten, welche in der Fahrzeughalle untergebracht waren. Allerdings gab es kein Ausschlafen - die Nacht nahm für die Bergungsgruppen um 7:00 ein jähes Ende: Einsatz - vermisste Person, vermutlich verschüttet! Bereits nach wenigen Minuten wurde der GKW I besetzt und dass vermutete Zielgebiet angefahren und erkundet. Unter zwei jeweils rund 1,5 t schweren Betonelementen wurde eine eingeklemmte Person (Puppe) entdeckt. Zur Rettung musste erst das eine Element, anschließend das andere angehoben und gesichert werden, um das Opfer herausziehend zu können - das alles unter extrem beengten Bedingungen - was nach Rekordzeit dann auch erfolgreich gelang! Nach dem anschließenden Frühstück ging es für die Logistik an den Rückbau und für die Bergungsgruppen wieder auf as Übungsgelände um das ASH-Modul fertigzustellen. Gegen 13 Uhr am Samstag war das Biwak beendet, und man war sich über eine gelungene, erfolg- und lehrreiche Veranstaltung einig!

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